Laos

Wir waren insgesamt zwei Wochen in Laos. In der Zeit haben wir lange nicht alles vom Land gesehen und es gibt einige Orte, zu denen wir vielleicht irgendwann später reisen möchten. Das Land hat uns richtig gut gefallen – vor allem die offenen Menschen hier, haben viel dazu beigetragen. Aber auch die französischen Einflüsse der Kolonialzeit hatten ihre Einflüsse, die man überall spürt. Es gibt viele französische Cafés und Restaurants, manche Schilder sind auf französisch geschrieben und auch die Häuser sind oft im europäischen Stil gebaut. 

Unsere Reise nach Laos

Da wir möglichst wenig auf unseren Reisen fliegen möchten, haben wir länger nach einer guten Reiseroute von Chiang Rai nach Luang Prabang gesucht. Letztendlich haben wir im Hostel eine zweitägige Reise über den Mekong gebucht. Erst wollten wir das auf eigene Faust machen, aber wir haben uns dann so doch besser gefühlt.

Wir wurden morgens mit einem Minibus am Hostel abgeholt und wurden bis zur Grenze nach Chiang Khong gefahren. Die Grenzkontrolle hat bis auf ein paar technische Probleme beim Grenzposten reibungslos geklappt. Mit dem Bus ging es dann über die Friendship-Bridge nach Laos. Wir haben im Vorhinein ein E-Visum für Laos beantragt. Das war richtig praktisch, da wir uns so nicht in die ewig lange Schlange stellen mussten, sondern direkt zu einem Posten konnten, wo wir unsere Stempel für unsere Pässe bekommen haben. 

Mit einem Taxi ging es nach Huay Xai an den Pier am Mekong.

Wir waren wohl eher recht spät, denn das Boot war richtig voll. Obwohl auf den Tickets Sitzplatznummern standen, hat das niemanden interessiert und jeder hat sich den nächst besten Platz genommen. Für uns gab es dann nur noch Plätze im hinteren Raum direkt am Motor. Vor uns waren all die Backpacks der anderen Reisenden gestapelt und es war extrem eng, vom Motor ohrenbetäubend laut und auch von den Abgasen blieben wir nicht verschont. Entspannt reisen ist was anderes… Zum Glück hatten wir Ohropax dabei und ich hab die gesamte Fahrt gelesen. Die Strecke auf dem Mekong bis zu unserem Zwischenstopp Pakbeng hat sechs Stunden gedauert.

Unser Hostel in Pakbeng lag ganz nah am Pier, sodass wir entspannt dort hin laufen konnten. Komischerweise mussten wir an der Rezeption gar nichts bezahlen. In Thailand war es immer so, dass man direkt beim einchecken immer bezahlen muss. Später fanden wir heraus, dass die Rezeptionistin wahrscheinlich dachte, wir hätten bei unserer Buchung schon direkt mit bezahlt. Da wir sie am Abend und auch am nächsten Morgen nicht mehr antrafen, schrieben wir einen Zettel für sie und legten das Geld dazu.

Am Abend gingen wir essen. Überall waren Kinder auf den Straßen, die mit uns spielen wollten, aber teilweise auch um Essen oder Geld baten. Da wir selber Probleme mit dem Geld abheben hatten, dazu schreibe ich gleich noch mehr, gaben wir ihnen nichts, zumal wir auch nicht wussten, wie ernst die Kinder es meinten. Auch im Restaurant sah ich ältere Kinder, die dort arbeiteten. Pakbeng wirkte recht arm, die Lage des Ortes war aber wunderschön. Direkt in den Bergen am Ufer des Mekong. Am nächsten Morgen hing Nebel über dem Wasser, was total schön aussah. Knapp zwei Stunden vor Abfahrt waren wir mit zwei anderen Deutschen die ersten am Boot und sicherten uns schöne Plätze ganz vorne.

Übrigens gibt es keine Stege zu den Booten, sondern es werden immer nur dünne, schmale Holzbretter vom Felsen ans Boot gelegt. Wir haben aber niemanden ins Wasser fallen sehen. Die Boote sind sehr lang und aus Holz, teilweise gibt es wunderschöne Schnitzereien. Die Sitze sind ehemalige Auto- oder Bussitze, die einfach im Boot aufgestellt sind. Man ist die ganze Zeit an der frischen Luft, was am zweiten Tag recht kühl war und ab und zu bin ich auch mal ein kleines bisschen nass geworden, wenn es etwas welliger war. Wir waren aber vorbereitet und hatten warme Sachen im Handgepäck und ich hatte meine Regenjacke dabei.

Auf dem Mekong

Das Boot legte am zweiten Fahrtag öfter am Ufer an, um Einheimische mit ihren Waren mitzunehmen. Einmal kamen ganz viele Kinder aufs Boot gerannt, die ihre Armbänder verkaufen wollten. Außerdem beobachteten wir auch Kinder, die bei bäuerlichen Arbeiten mithalfen. Schulbildung ist in Laos kein Standard. In ganz Laos gibt es aktuell fünf staatliche Universitäten, die älteste davon ist gerade einmal knapp 30 Jahre alt.¹ In einem anderen Bericht von Dezember 2022 besuchten in Laos im Jahr 2010 nur etwas mehr als 10% der arbeitenden Kinder eine Schule.² Für mich persönlich ist das nicht einfach, nicht wirklich viel an dieser Stelle tun zu können. Jannis und ich haben beide im Bereich der Bildung super viel schon mit Kindern gearbeitet und mit Blick in die Zukunft ist Bildung aus meiner Sicht mit der wichtigste Aspekt überhaupt, um die Welt zu verstehen und aus ihr einen besseren Ort zu machen.

Am Nachmittag kamen wir endlich in Luang Prabang an. Vom Anleger nach oben zur Straße führte eine steile lange Treppe, die wir mit unserem Gepäck gerade so schafften. Es waren 34°C und nach zwei Tagen reisen, waren wir ganz schön erschöpft. Oben mussten wir für ein Sammeltaxi ins Zentrum 200.000 KIP bezahlen. So viel Geld hatten wir aber nicht mehr, weshalb ich mit Dollar zahlte. Blöderweise bekamen wir viel zu wenig Wechselgeld zurück, sodass wir am Ende 37€ verloren hatten. Das war total ärgerlich, aber in dem Moment war so ein Gedrängel und wir hatten einfach keinen Überblick über die Währung mit den riesigen Summen auf den Scheinen. Beweise hatten wir auch keine, da das Ticket uns beim Einsteigen ins Taxi direkt wieder abgenommen wurde, was auch in Thailand manchmal der Fall war und man hier in Asien selten eine Rechnung bekommt.

Probleme mit dem Geld abheben

An der Grenze zu Laos wollten wir das erste Mal Geld abheben. Wir haben es beide an zwei Automaten probiert und keiner von denen hat bei unseren beiden Kreditkarten funktioniert. In Pakbeng konnte nur Jannis Geld abheben, ich aber nicht. In Luang Prabang hat es bei Jannis nach wie vor funktioniert, bei meiner Visakreditkarte allerdings nicht. Ich hab ungefähr acht verschiedene Automaten ausprobiert – keine Chance. Erst der Automat der Bfl Bank hat dann letztendlich meine Kreditkarte akzeptiert. In Laos kann man übrigens auch manchmal mit thailändischen Baht bezahlen oder in Dollar. Man bekommt meistens das Wechselgeld in der laotischen Währung und macht damit immer Verlust, weshalb die laotische Währung meiner Meinung nach die Sinnvollste ist.

Luang Prabang

Luang Prabang hat uns richtig gut gefallen. Wir haben im Khonesavane Hostel übernachtet, was sehr nah am Zentrum lag. Einziger Nachteil war hier, dass wir keine Glasscheibe als Fenster hatten, sondern nur ein Moskitonetz, wodurch wir dauerhaft dem heftigen Smog in der Zeit ausgesetzt waren. Im Hostel gab es aber auch bessere Zimmer. Wahrscheinlich hatten wir hier einfach nicht so ein Glück.

Besonders die Altstadt, der Nachtmarkt der Ausblick vom Berg Phou Si und der etwas weiter entfernte Wasserfall Kuang Si haben uns besonders gut gefallen. Es gab zahlreiche tolle Restaurants und Cafés mit super leckerem Essen. Auf der anderen Seite des Mekong haben wir an einem Tag ein Töpferdorf besucht, was ganz nett war. Es gab zahlreiche alte Tempel, die wunderschön aussahen. Der Wat Xieng Thong hat uns hier besonders gut gefallen.

Kuang Si Wasserfall

Vientiane

Nach einer Woche in Luang Prabang führte uns unsere Reise weiter in die Hauptstadt Vientiane. Die Fahrt war ganz schön abenteuerlich. Wir reisten mit einem Minibus, die Strecke war voller Schlaglöcher, es ging durch unzählige Kurven die Berge rauf und runter, es lagen immer wieder Steine oder Felsen auf der Straße, einmal war ein ganzer Hang abgerutscht, sodass wir über Geröll fahren mussten. Allerdings hatten wir eine fantastische Aussicht. Die Berge hatten verrückte Formationen und die Natur erstaunte mich immer wieder aufs Neue. Die Landschaft hier war einfach traumhaft schön.

Die Stadt Vientiane hat uns persönlich nicht so gut gefallen. Hier gab es wenig Abwechslung und uns fehlte hier irgendwie das Ursprüngliche. Es gab kaum Kunst, es wirkte auf eine groteske Weise modern, aber gleichzeitig war es sehr schmutzig hier, es stank immer wieder, auf den Märkten wurden hauptsächlich westliche Kleidungsstücke und Schmuck verkauft. Es gab allerdings ein paar schöne Restaurants. Dennoch würde ich Vientiane für einen längeren Aufenthalt nicht empfehlen.

Quellenverzeichnis:

  1. Bildung und Wissenschaft
  2. Kinderarbeit und Schule

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